Die Pathologie (vom griech. "pathos" = Leiden) ist definiert als die Wissenschaft, die von den Krankheitszuständen und Krankheitsvorgängen handelt und den Ablauf von Gesundheitsstörungen analysiert. Ärzte für Pathologie arbeiten heute in Pathologischen Instituten in universitärer, kommunaler oder vertragsärztlicher Trägerschaft sowie in Pathologischen Abteilungen der pharmazeutischen Industrie und in Großforschungseinrichtungen wie dem Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Das Fach Pathologie bedient sich verschiedener Methoden wie der inneren Leichenschau (Sektion), der feingeweblichen Untersuchung mit Hilfe des Mikroskops und zahlreicher Spezialmethoden (z.B. gewebsimmunologische, molekularbiologische und elektronenmikroskopische Untersuchungen).
Was hat nun der Pathologe mit dem Patienten zu tun?
Pathologen helfen den Patienten bei der Krebsvorsorge!
Den jährlichen Zellabstrich vom Gebärmuttermund, der vom Frauenarzt entnommen wird, untersucht der Pathologe unter dem Mikroskop auf Krebsvorstufen. Sind solche Veränderungen vorhanden, so kann der Gynäkologe diese entfernen und so die Entstehung eines Krebses verhindern. Krebsvorsorge ohne den geschulten Blick des Fachmanns ist heute nicht mehr vorstellbar.
Pathologen spielen schon vor der Behandlung eines Patienten eine wichtige Rolle!
Etwa bei der Untersuchung von bei einer Magenspiegelung entnommenen Schleimhautproben. Die Diagnose des Pathologen bedeutet in vielen Fällen eine Weichenstellung für die einzuschlagende Therapie - bei Entzündung oder Geschwür Medikamente, bei Magenkrebs meist Operation.
Auch während der Behandlung ist der Pathologe beim Patienten!
Während der Operation einer Brustdrüse beispielsweise beurteilt der Pathologe die entnommenen Proben auf Bösartigkeit. Wenn eine Krebsgeschwulst vorliegt, wird vom Pathologen wiederum während der Operation überprüft, ob die Geschwulst im Gesunden entfernt wurde. Hier entscheidet sich, ob die Brust erhalten werden kann oder operativ entfernt werden muß. Hier übernimmt der Pathologe Lotsenfunktion.
Auch nach der Behandlung braucht der Patient den Pathologen gleich wieder!
Beispiel Dickdarmoperation: Nach der Entfernung eines Krebses werden dessen Ausdehnung, der Grad der Bösartigkeit und das eventuelle Vorhandensein von Tumorstreuherden ("Metastasen") mikroskopisch überprüft . Hier entscheidet sich, ob die Operation ausreichend war oder ob noch eine andere Behandlung (Medikamente, Bestrahlung) angeschlossen werden muß.
Die innere Leichenschau (Sektion) trägt zur Qualitätssicherung in der Medizin bei!
Neben der Feststellung der Grunderkrankungen und Todesursache dient die Obduktion der Überprüfung von diagnostischen und therapeutischen Methoden sowie der Entdeckung von Berufs- und Umweltkrankheiten.
Die Pathologie sichert mit all den genannten Untersuchungen die Qualität der Patientenbehandlung. Die Fachärzte für Pathologie sind damit Partner der Patienten für deren Leben und Gesundheit, auch wenn die Patienten dem Pathologen praktisch nie begegnen.

